Geschichte des Grindelwalder Marmorbruchs
Grindelwalder Marmor

Der Marmorbruch (als Steinbruch) wurde das erste Mal im Jahr 1751 in einer alten Schrift erwähnt, so dass der Beginn ins 18. Jahrhundert zurückzuführen ist.
Durch den gewaltigen Gletschervorstoss um 1760 wurde der Marmorbruch vom Eis zugedeckt und war während mehr als 100 Jahren nicht mehr zugänglich. Im Jahre 1865, als der Gletscher sehr rasch und konstant zurück ging, traten zur grossen Verwunderung des Wirtes an der "Gletscherhütte", welcher damals Grotten im Eis aushaute, grössere behauene Marmorblöcke aus dem Eis. Erst 1867 wurde jedoch die Marmorgrube selber wieder freigelegt, wobei neben weiteren freigelegten Blöcken auch noch einzelne Werkzeuge gefunden wurden.
Der Alpinist und Geologe Edmund von Fellenberg machte im Jahr 1867 die Bewohner der Talschaft auf den wieder entdeckten Marmorbruch als möglichen neuen Erwerbszweig aufmerksam und konnte schon 1868 von einer Reaktivierung des Abbaus berichten. Der Marmorabbau blieb aber in bescheidenem Rahmen, ein lohnender Grossabbau war nicht möglich. Der Grindelwalder Marmor konnte sich in der Folge gegenüber den an der Bahnlinie gelegenen Marmorbrüchen im Unterwallis nicht behaupten.
Mit der Eröffnung der Bahnlinie Interlaken-Grindelwald im Jahre 1890 versprach man sich erneut einen Aufschwung des Marmorabbaus. Neben dem oberirdischen Abbau versuchte man nun auch durch Anlegen eines kleinen Stollens die günstigeren Gesteinspartien besser zu nutzen. Trotz nun besserer Transportbedingungen konnte aber der Abbau der ausländischen Konkurrenz nicht standhalten.
1903 wurde der Marmorbruch endgültig eingestellt. Seither wurden vom Marmorbruch nur noch einige wenige, schon seit Jahren losgelöste Blöcke, abtransportiert. Der Stollen und der Abbruch können auch heute noch besichtigt werden. Grindelwalder Marmor findet der Interessent in Bern sowohl im Bundeshaus als auch in der Universität.

Das Berggasthaus Marmorbruch wurde 1910 erbaut und im Jahr 1960 abgebrochen. 1962 erfolgte ein Neubau und seither wurden mehrere Renovationen ausgeführt.
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